Barrierefreie PDFs mit markstein tango: Was das BFSG für Verlage bedeutet

Am 28. Juni 2025 ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) vollständig in Kraft getreten – die deutsche Umsetzung des European Accessibility Act (EAA). Damit müssen viele digitale Produkte und Dienstleistungen erstmals nachweislich barrierefrei gestaltet sein. Für Verlage stellt sich damit eine sehr konkrete Frage: Wie werden aus täglich produzierten Zeitungen, Zeitschriften und E-Paper-Ausgaben barrierefreie Dokumente – ohne dass die Produktion zum Flaschenhals wird? markstein tango beantwortet diese Frage direkt im Redaktionssystem: mit der Fähigkeit, vollständig barrierefreie PDFs zu erzeugen.

Was das BFSG für Verlage konkret bedeutet

Das BFSG setzt die EU-Richtlinie 2019/882 (European Accessibility Act) in deutsches Recht um und verpflichtet erstmals private Unternehmen, ihre digitalen Produkte und Dienstleistungen barrierefrei zu gestalten. Betroffen sind unter anderem E-Books, Websites mit Dienstleistungscharakter und digitale Publikationen. Von den neuen Anforderungen profitieren laut Bundesregierung rund 13 Millionen Menschen in Deutschland, die durch Behinderung oder Alter im Alltag eingeschränkt sind.

Für Verlage heißt das konkret: E-Paper-Ausgaben, digitale Sonderveröffentlichungen und PDF-Dokumente, die Kunden oder Lesern digital bereitgestellt werden, müssen so gestaltet sein, dass sie von Screenreadern korrekt vorgelesen werden können, über eine logische Lesereihenfolge verfügen und Bildinhalte über Alternativtexte zugänglich machen. Ausnahmen gelten nur für Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und maximal zwei Millionen Euro Jahresumsatz – für etablierte Verlagshäuser greift das Gesetz also in voller Breite.

Der technische Maßstab: PDF/UA

Barrierefreiheit bei PDF-Dokumenten ist kein Bauchgefühl, sondern ein definierter ISO-Standard: PDF/UA (ISO 14289, „Universal Accessibility“). Ein PDF/UA-konformes Dokument muss unter anderem folgende Kriterien erfüllen:

  • Getaggte Struktur: Überschriften, Absätze, Listen und Tabellen sind semantisch ausgezeichnet, nicht nur visuell formatiert.
  • Logische Lesereihenfolge: Screenreader lesen den Inhalt in der Reihenfolge vor, in der ein Mensch ihn sinnvoll erfassen würde – unabhängig von der visuellen Spaltenanordnung im Layout.
  • Alternativtexte für Bilder und Grafiken: Jede visuelle Information ist auch textlich beschrieben.
  • Ausgezeichnete Sprache: Die Dokumentsprache ist maschinenlesbar hinterlegt, damit Vorleseprogramme korrekt aussprechen.
  • Navigierbare Struktur: Lesezeichen und eine korrekte Dokumentgliederung ermöglichen zielgerichtetes Navigieren statt linearem Durchscrollen.

Das Problem in klassischen Print-Workflows: Layoutprogramme wie InDesign sind auf visuelle Gestaltung optimiert, nicht auf semantische Struktur. Ein mehrspaltiges Zeitungslayout mit Bildunterschriften, Kästen und Fortsetzungstexten lässt sich zwar drucken, aber die Lesereihenfolge für einen Screenreader ergibt sich daraus nicht automatisch. Genau hier setzt tango an.

Wie markstein tango barrierefreie PDFs erzeugt

markstein tango arbeitet mit einem strukturierten Content-Modell: Artikel, Überschriften, Bildunterschriften, Zitate und Infokästen sind im System nicht nur Layoutobjekte, sondern semantisch beschriebene Inhaltselemente – von der Texterfassung bis zum fertigen Layout. Diese Struktur bleibt über den gesamten Produktionsprozess erhalten und lässt sich beim PDF-Export direkt in barrierefreie Tags übersetzen.

Das bedeutet in der Praxis:

  • Lesereihenfolge aus dem Redaktionssystem: Weil tango bereits weiß, welcher Textblock zu welchem Artikel gehört und in welcher Reihenfolge Elemente redaktionell zusammengehören, kann diese Struktur direkt in eine korrekte Screenreader-Reihenfolge überführt werden – unabhängig von der visuellen Spaltenanordnung auf der Seite.
  • Automatische Tag-Struktur: Überschriften, Fließtext, Bildunterschriften und Listen werden beim Export mit den passenden PDF/UA-Tags versehen, statt als reine Grafikelemente im Dokument zu landen.
  • Alt-Text-Verwaltung im Redaktionsworkflow: Da Bildbeschreibungen bereits Teil der redaktionellen Erfassung sind, lassen sie sich beim PDF-Export als Alternativtexte übernehmen, statt nachträglich manuell ergänzt werden zu müssen.
  • Sprachauszeichnung: Die Dokumentsprache wird korrekt im PDF hinterlegt, damit Vorleseprogramme die richtige Aussprache wählen.

Der entscheidende Unterschied zu nachträglicher PDF-Aufbereitung: Barrierefreiheit entsteht nicht als zusätzlicher manueller Arbeitsschritt am Ende der Produktion, sondern ergibt sich aus der ohnehin strukturierten Datenhaltung im Multichannel-Publishing-Ansatz von tango. Ein Redaktionssystem, das Inhalte von Anfang an strukturiert statt nur layoutet, liefert Barrierefreiheit quasi als Nebenprodukt des regulären Workflows.

Warum das gerade für E-Paper-Ausgaben relevant ist

Besonders betroffen von den neuen Anforderungen sind digitale Ausgaben, die Lesern als PDF oder E-Paper zur Verfügung gestellt werden – etwa Abo-Ausgaben, digitale Sonderhefte oder archivierte Zeitungsseiten. Anders als bei einer HTML-Website, deren Barrierefreiheit sich nachträglich per CSS und ARIA-Attributen nachrüsten lässt, ist ein PDF ein statisches Dokument: Fehlt die Tag-Struktur beim Export, lässt sie sich nur mit erheblichem manuellem Aufwand nachträglich ergänzen – bei täglich mehreren Ausgaben in Serie praktisch nicht skalierbar.

Weil tango die barrierefreie Struktur direkt aus dem redaktionellen Datenmodell beim Export erzeugt, entfällt dieser nachträgliche Aufwand. Verlage können ihre reguläre Produktionsgeschwindigkeit beibehalten und trotzdem BFSG-konforme Dokumente ausliefern – ohne separaten Nachbearbeitungsschritt pro Ausgabe.

Fazit: Barrierefreiheit als Systemeigenschaft, nicht als Zusatzaufwand

Mit dem BFSG ist Barrierefreiheit für Verlage keine Kür mehr, sondern gesetzliche Pflicht. Wer PDF-Barrierefreiheit als nachträglichen manuellen Prozess behandelt, wird bei täglichem oder wöchentlichem Ausgabenvolumen schnell an Kapazitätsgrenzen stoßen. markstein tango löst das strukturell: durch ein Redaktionssystem, das Inhalte von der Erfassung bis zum Export konsequent semantisch strukturiert – und barrierefreie, PDF/UA-konforme Dokumente direkt als Exportoption bereitstellt.

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